Die gelungene Vorstellung beim
Arbeitgeber Ihrer Wahl entscheidet über die nächsten
Jahre hin
Ihre berufliche Zukunft und damit Ihre persönliche
Laufbahn -Ihre Karriere - Ihr Leben.
Die grösste
Hürde haben Sie bereits geschafft, denn jeder Personalchef,
jeder Linienverantwortliche investiert seine Zeit
nur in aussichtsreiche Bewerbungen.
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Sie gehören bereits zum engeren
Kandidaten und Kandidatinnenkreis!
-
Sie sind kein/e Bewerber und
Bewerberin unter vielen mehr!
-
Jetzt sind Sie ein/e Kandidat
Kandidatin!
Nachfolgend
einige Tipps, die Ihnen helfen sollen, die schlimmsten
Patzer zu vermeiden und die heikelsten Fragen richtig
zu parieren und richtig zu platzieren. Die vorliegenden
Goldenen Regeln sind aus den Erfahrungen von über
200 Vorstellungsgesprächen entstanden. Wir wissen
von Kandidaten- und Firmenseite her, dass die aufgeführten
Regeln immer wieder verletzt werden und zu unnötigen
Absagen und Enttäuschungen führen.
Bitte verfolgen
Sie unsere Anregungen nicht sklavisch, sondern intuitiv,
situativ und gut verpackt. Seien Sie selbstkritisch
und versetzen Sie sich immer in die Rolle, Aufgabe
und Möglichkeiten Ihres Gesprächspartners.
Grundeinstellung
Locker, kommunikativ,
offen, ehrlich und gutgelaunt! Denken Sie immer daran:
Das anstehende Gespräch ist eine Herausforderung für
Sie und für Ihren Gesprächspartner. Menschen treffen
sich. Sie haben beide die heikle Aufgabe, sich innert
kürzester Zeit einzuschätzen- und kennen zu lernen.
Also ein Stress
für beide Seiten. Ihr Vorteil: Man hat Sie eingeladen
und man freut sich auf Sie. Ihre Ausgangslage ist
komfortabel. Seien Sie also unbekümmert, optimistisch,
interessiert und humorvoll - letzteres aber bitte
mit Mass.
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Intensive
Vorbereitung
Zeigen Sie
Engagement! Bereiten Sie Fragen vor! Zum Unternehmen:
Produkte, Struktur, Zukunft, Kultur etc. Zur Position:
Eingliederung, Chancen, Kollegen, daily business etc.
Besorgen Sie sich vor dem Gespräch Unterlagen zur
Firma, z.B. übers Internet. Nehmen Sie diese Unterlagen
zum Gespräch mit.
Wenn sich
Ihre Fragen im lockeren Gespräch erledigen, um so
besser. Für Ihre Sicherheit und den Einstieg können
Sie sich Stichworte notieren - lösen Sie sich aber
schnell von Ihren Notizen. Wichtig: Stieren Sie nicht
auf Ihren Block und spielen Sie nicht mit dem Schreibzeug!
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Pünktlichkeit
Seien Sie pünktlich! Nicht zu spät
und nicht zu früh. Ihr Gesprächspartner hat seinen
Tag geplant und misst Sie am ersten persönlichen Kontakt
- an Ihrer Pünktlichkeit. Der Personalchef hat Ihren
Termin mit dem Linienverantwortlichen koordiniert.
Eine kurzfristige Verschiebung bedeutet ein 'Domino'
in der Terminplanung aller Beteiligten auszulösen
und schon jetzt Minuspunkte zu sammeln. Wichtig: Rechnen
Sie bei einem langen Anreiseweg genug Zeit ein. Es
gibt keine schlechtere Ausgangslage, als gehetzt in
ein Gespräch zu kommen, das Ihre Zukunft entscheiden
soll.
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Kleidung
Gepflegtes Auftreten ist ein Muss!
Ziehen sie sich der Stelle entsprechend lieber "etwas"
zu gut, als "etwas" zu schlecht an. Sie
bezeugen damit Respekt vor Ihren Gesprächspartnern.
Wichtig: Probieren Sie Extravaganzen zu anderen Anlässen
aus. Lassen Sie die Krawatte mit der Micki-Maus zu
Hause. So auch Smoking und Abendkleid.
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Haltung
Aufrecht - durch und durch! Schon
bei der Begrüssung sagt Ihre Körperhaltung etwas über
Ihre Persönlichkeit aus. Treten Sie nicht auf, als
wollten Sie gleich die ganze Firma kaufen, aber kommen
Sie auch nicht unter dem Teppich daher.
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Höflich
Von Anfang an mit jedermann! Es
gibt Fälle, da hat die Sekretärin ein NEIN durchgesetzt,
nur weil sie sich von oben herab behandelt fühlte
und der Kandidat schnippisch mit ihr war. Und ...
gute Personalchefs fragen immer Ihre Mitarbeiter -
Mitarbeiterinnen.
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Händedruck
Achtung! Es gibt Personal- und Linienchefs,
die schon jetzt entscheiden. Hand aufs Herz! Gibt
es etwas unangenehmeres, als eine schlaffe Hand zu
drücken?
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Die
ersten 3 Minuten
Die ersten
3 Minuten sind entscheidend ! Da ist was dran - Wirtschaftsgrössen,
Politiker und Personalfachleute behaupten übereinstimmend,
dass bereits in den ersten drei Minuten ein Vorurteil
gefällt wird. Alles Weitere wird dann aus Sicht dieses
Vorurteils interpretiert, und nur selten wird dieses
vorweggenommene Urteil revidiert. Das heisst konkret:
Anfangs vorsichtig die Gesprächspartner abtasten.
Die Situation langsam, aber richtig erfassen und erst
allmählich aufdrehen.
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Das Gespräch
Auch wenn
Sie gut sind, übernehmen Sie niemals die Gesprächsführung.
Lassen Sie Ihre Gesprächspartner immer ausreden. Besserwissen
schadet mehr, als es nützt. Kurz und eindeutig Stellung
nehmen. Reger Augenkontakt. Zuhören. Keine Hülsenfragen
stellen und keine Hülsenantworten geben. Themen nur
anschneiden, wenn Sie spruchreif sind. Niemals ins
'Reden' kommen. Starke KandidatInnen ertragen Pausen.
Ein gutes
Gespräch dauert eine Stunde - that's it. Bleiben Sie
nur länger, wenn noch nicht alle relevanten Fragen
geklärt sind, oder wenn Sie darum gebeten werden.
Lange Erstgespräche sind KEIN Garant für Erfolg -
im Gegenteil.
Läuft nicht
alles nach Ihrem Wunsch? Versetzen Sie sich in die
Lage Ihrer Ansprechpartner, klären Sie Kleinigkeiten
später ab, stochern Sie nicht nach Weak-Points, verlangen
Sie nicht sofort 3-seitige Stellenbeschreibungen.
Gute KandidatInnen interessiert der Rahmen. Wer jetzt
schon nach Lappalien-Regelungen fragt, gilt schnell
als pingelig, unflexibel und unselbständig.
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Smaltalk
Ist wichtig.
Politik und Wirtschaft, Philosophie, Kunst, Familie,
Hobby etc. Themen gibt es mehr als genug.
Wichtig: Lassen
Sie sich nicht zu zuviel verleiten. Machen Sie eine
höfliche Pause, wenn Sie meinen jetzt genüge es. Sie
geben so Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, aufs Kernthema
zurückzukommen.
top
Wo
ist welches Thema angesagt?
Sie werden
meist mehr als zwei Ansprechpartner treffen. Denken
Sie immer daran, das Gespräch auf Ihr Gegenüber auszurichten.
Den Personalchef
interessieren Ihre Detailkenntnisse der neuesten Programmiersprache
weniger, als Ihre Ausbildung, Ihr Werdegang, Ihre
Stärken und Schwächen, Ihre Familienverhältnisse und
Ihre Visionen.
Der Linienchef
hört Ihnen bei der Frage nach der 3. Säule zwar aufmerksam
zu und wird sich bemühen, Ihnen Red und Antwort zu
stehen - aber er fühlt sich nicht in seinem Metier.
Ihn interessiert vielmehr, ob Sie Ihren Job beherrschen,
ob Sie sein Problem lösen können und ihn entlasten
werden und ob Sie ein Mensch sind mit dem man es täglich
8-9 Stunden aushält.
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Warum suchen Sie eine neue
Stelle
Achtung: Hier wird das Gros der
Fehler gemacht. Diese Frage kurz, klar, ohne Emotionen
beantworten und plausibel darlegen. Wichtig: Schlecht
über den aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber reden
ist das unwiderrufliche OUT.
top
Wie viel
wollen Sie verdienen?
Auch hier gilt es absolut präzise
zu antworten. Kein circa-Gerede, keine Schwammigkeiten,
keine mal-hören-Gägs. Jedes Unternehmen hat ein Löhngefüge.
Da möchten Sie sicher hineinpassen. Sagen Sie das.
Denn Ausbrechen nach oben gibt böses Blut bei den
anderen und ein Ausbrechen nach unten wird die Firma
aus dem selben Grund vermeiden.
top
Wann könnten
Sie Anfangen?
Klar Stellung nehmen. Achtung: Sie
werden sicherlich in der 'Könnten-Form' gefragt. Nie
als Zusage interpretieren. Nur schlechte Bewerber
können sofort anfangen. Die Überlegung, dass ein Entscheid
zu Ihren Gunsten davon abhängt, ob Sie schnell anfangen
könnten, ist absolut falsch.
top
Soziales
Ist wichtig! Aber nicht so wichtig,
dass sie den Fragen zum Stelleninhalt vorgezogen werden.
In der Schweiz können Sie davon ausgehen, dass alle
Unternehmen gut in das soziale Netz eingebettet sind.
Fragen hierzu haben deutlich bis zum zweiten Gespräch
Zeit.
top
Die Stelle gefällt Ihnen - was
tun
Zeigen Sie, was Sie fühlen! Wenn
Ihnen die Stelle gefällt, dann sagen Sie das. Sie
sagen ja damit noch nicht, das Sie die Stelle auch
wirklich nehmen. Sie zeigen aber Ihre Offenheit, Ehrlichkeit
und Begeisterungsfähigkeit. Achten Sie genau auf die
Formulierung der Frage und formulieren Sie Ihre Antwort
entsprechend. 'Eine Nacht darüber schlafen' und 'mit
der Familie besprechen' passt immer. Wichtig: Fällen
Sie klare Entscheide innert max. 5 Tagen, ob Sie die
Gespräche fortsetzen möchten. Agieren Sie zügig und
zielorientiert. Langwierige, komplizierte, zähe Verhandlungen
und womöglich noch Hinhaltemanöver zeugen von Zweifeln,
Misstrauen und Abschlussängsten und führen nie zum
Erfolg. Denn Unsicherheit löst Unsicherheit aus.
top
Wie
verbleiben Sie?
Klar und deutlich
- Missverständnisse ausschliessen! Auch hier gilt
es, absolut präzis zu sein. Wer sagt wem, wann und
wie Bescheid. Behalten Sie das Zepter in der Hand.
Das ist ein psychologisch sehr wichtiger Faktor. Sagen
Sie unbekümmert, das Sie sich z.B. bis Montag die
Sache überlegen und das Sie um 15.00 Uhr anrufen werden,
um Ihren Entscheid mitzuteilen. Wichtig: Um 15.00
Uhr, nicht früher und nicht später, muss dann das
Telefon beim Personalchef klingeln.
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ist Werben' können Sie über diesen Link
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Nachdruck - auch elektronisch und
nur auszugsweise - ist nur mit Angabe des Autors -
Jürg Kühnhanss, Kühnhanss + Partner
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